Mawi

Am Hafen von Pamenang angekommen, ging es direkt mit dem Shuttleservice weiter an den südlichsten Punkts Lomboks – Kuta!

Während der Autofahrt kümmerten wir uns um ein Hostel. Da Kuta nicht allzu groß und touristisch ist, findet man dort nur zwei in der Zahl, was es uns sehr einfach machte. Dachten wir zumindest… Wir entschlossen uns ins gehypte Pipes zu fahren. Dort soll eine Art eigene Surfer- und Skaterszene hausen. Einige Backpacker, die ich auf meiner bisherigen Reise traf, schwärmten von diesem Hostel. Wir kamen natürlich mit sehr großen Erwartungen an und ich muss sagen, es wurde uns nicht zu viel versprochen! Direkt am Eingang lädt einen der chillige Aufenthaltsraum mit lässigen Sofas, dicken Flatscreen, Blick auf hosteleigenen Skatepool und toller Dekoration ein. Und das alles schön klimatisiert. Wir waren begeistert! Unsere Euphorie hielt jedoch nur ein paar Minuten an. Als wir dann einchecken wollten, wurde uns mitgeteilt, das Hostel sei die nächsten Tage komplett ausgebucht. Wahre Freaks, die auf ein eventuell spontan frei werdendes Zimmer hofften, schliefen sogar im Aufenthaltsraum auf dem Fußboden, im Garten in Hängematten und sogar in Abstellräumen auf Notfallbetten. Das war aber keine Option für uns.

Pipes Hostel

Pipes Hostel

Pipes Hostel

Zusammen mit dem Staff telefonierten wir mit dem anderen Hostel und sämtlichen Homestays in der Nähe, um erstmal ein Dach für die Nacht über den Kopf zu haben. Aber immer nur das selbe. “Ausgebucht”… Klar es gab auch noch andere Homestays. Diese waren aber schon im Vorhinein unattraktiv wegen ihres entweder zu hohen Preises oder Distanz zum Stadtleben und Strand. Naja was solls. Erstmal mit den Surfern babbeln um Insiderwissen über die Surfspots hier zu bekommen. Schnell hatten wir einige neue Kontake geknüpft. Plötzlich sprang ein Pipes Mitarbeiter auf und meinte, er könnte uns im anderen Hostel zwei Betten klarmachen! Vamos Dude! Diese holten uns sogar persönlich ab. Wir waren natürlich erstmal enttäuscht wieder gehen zu müssen, aber als wir im Botchan Hostel einfuhren, blieb uns erstmal fast das Herz stehen. Nagelneue Bungalows mit riesigen Zimmern, traumhaften Bad, super Betten, mega Swimming Pool und die Mitbewohner, die waren auf Anhieb genauso der hammer. Fast alle von ihnen waren Surfer.

Batchon Hostel

Sie empfingen uns fröhlich und gleich düsten wir zusammen in die Stadt um für uns zwei für die nächsten Tage ein Surfboard zu organisieren. Sie kannten einen speziellen kleinen Surfshop mit besten Bedingungen und super Preis. Man kann dort jederzeit sein Board oder Leash tauschen und frisch wachsen lassen. Jetzt fehlte nur noch ein Roller. Es wurde bereits langsam dunkel. Zurück im Hostel klärte der Chef uns noch am selben Abend Roller mit Racks aus.

Roller mit Rack

Hungrig wie ein Bär rückten wir mit unseren Rollern aus und landeten in einem nahegelegenem Restaurant. Mit Livemusik, ein paar Bier und witzigen Geschichten ließen wir den Abend schön ausklingen. Zurück am Hostel checkten wir noch den Surfforecast für den nächsten Tag.

Am nächsten Morgen standen wir extrem früh auf um die besten Wellen zu ergattern. Noch schnell den frisch gemachten Banana Pancake und Kaffee abgestaubt und los gings! Unser erster Spot war Gerupuk Inside und Don Don. Mit dem Roller eine knappe halbe Stunde. Wir kannten eine coole Abklürzung, die direkt durch eine Baustelle mitten in der Pampa führte. Jedoch solltest du geübt mit dem Umgang deines Rollers sein, da dich die Bauarbeiter mit allem überhaupt Denkbaren jagen. Puh heil angekommen! Erstmal ordentlich mit Sonnenmilch eincremen und schöne Kriegsbemalungen mit Zink ins Gesicht zaubern. Mit unserer Nusschale shipperten wir zuerst nach Don Don, da es sowieso auf dem Weg liegt.

Gerupuk Boot

Leider weit und breit keine Welle zu sehen. What the Flat!:D Also fuhren wir weiter nach Gerupuk Inside und schon aus der Ferne sah man gigantische 3ft overhead Wellen. Für meinen persönlichen Geschmack war das aber leider ein gutes Stückchen to much. Ich habe vor Wasser extremen Respekt, da ich schon beim Wakeboarden böse Erfahrungen gemacht habe und weiß wie schnell etwas passieren kann. Meine Buddies meinten, dass ichs doch einfach mal versuchen sollte. Mhm verzwickt. Ach komm besser als bei 35 Grad alleine auf dem Boot zu verbuzzeln. Leash sitzt und ab gings ins Line Up. Bis ich dort hin paddelte, war meine Kondition schon komplett schlapp. Da kam SIE. Die perfekte Welle. Ein schöner Lefthander. Leider war ich an der blödesten Position überhaupt. Das merkte ich aber erst in den letzten Sekunden. Ab jetzt begann die absolute Horrostory! Hier eine kleine Skizze vor dem absoluten Wipe Out:

Zum Duckdiven war es bereits zu spät, daher versuchte ich die Welle zu nehmen, sodass sie nicht direkt über mir bricht. Jedoch war der Winkel schon zu steil, so dass ich direkt Übergewicht auf dem vorderen Bein bekam und eingestochen bin. In diesem Moment realsierte ich, dass ich jetzt ein ernsthaftes Problem habe. Ich schluckte Wasser und bekam Panik. Das schlimmste was passieren konnte. Trotzdem hatte ich einigermaßen Luft geschnappt. Ich versuchte in letzter Sekunde nach hinten unten durch die Welle durchzutauchen. Keine Chance. Ich wurde über die Peek in einige Meter Tiefe gedrückt. Ich spürte einen ruckartigen Zug an meinem Bein, der aber blitzartig nachließ. Alles weiß. Wo ist unten, wo oben? Wie tief bin ich? Ein Gröhlen und plötzlich Stille. Nach einigen Sekunden sah ich die Oberfläche und tauchte auf. Erstmal Luft holen! Im gleichen Moment sah ich wie die nächste Welle direkt über mir bricht. Panik! Ich versuchte mein Board zu schnappen, um mich daran festzuklammern und damit aus dem Gefahrenbereich geschwemmt zu werden. Ich konnte mein Board nicht finden, daher versuchte ich es einfach mit der Leash heranzuziehen. Also griff ich an mein Bein, und versuchte die Leash zu packen. What the fish! Ich musste feststellen, dass sie sich beim Wipe Out geöffnet hat und mein Board verloren war. Noch mehr Panik! Bam! Ich war wieder unter Wasser. Ich wartete ab und versuchte Ruhe zu bewahren. Dieses Mal war die Wucht der Welle deutlich stärker. Ich wurde bis zum Boden auf das Korallenriff gedrückt. Schönes Kribbeln stelle ich mir anders vor. Ich tauchte nun zum Glück ein Stück weiter hinten auf, als der Punkt, an dem die Wellen brachen. Hoffnung! Ich schwamm mit gefühlten drei Tonnen Adrenalin Richtung Küste und den Booten zurück. Plötzlich merkte ich wie mich das Meer zurück in die Impact Zone zog. Ohne Board keine Chance zurückzuschwimmen vor allem wenn man sowieso keine Kraft mehr hat. Unerwartet dann der nächste Waschgang. Mir wurde klar das ich ohne Hilfe selbst nicht mehr aus dem Sog herauskomme und eine weitere Welle nicht mehr schaffe. Ich schrie um Hilfe und wurde zum Glück von zwei Locals gehört. Diese haben es bereits mitbekommen und fuhren mit ihrem kleinen Fischerbötchen zu mir her. Sie konnten aber nicht direkt in die Wellen reinfahren, da die Wellen zu groß für das kleine Holzboot waren. Mit letzter Kraft schwamm ich quer Richtung Boot. Einer der Jungs kam mir mit einem Longboard entgegen und zog mich raus. Das war ein Moment, den ich wohl nie mehr vergessen werde. Wäre keine Setpause im richtigen Moment gekommen und die Jungs nicht dagewesen wären, hätte ich das ganze wohl nicht so unbeschadet überstanden. Meine Freunde bekamen von der Aktion mit und kamen sofort zurück ins Boot.

Wir relaxten auf dem Boot und beschlossen die Surfsession abzubrechen. Auf dem Rückweg sahen wir das nun ein paar Surfer bei der Don Don Welle im Line Up warteten. Dort war das Meer nicht so rau und die Wellen deutlich kleiner. Vom Surffieber gepackt teilte ich meinen Buddies mit es nochmal versuchen zu wollen. Zapp Zerapp und ab gings! Es lief einfach super. Doch plötzlich verschwanden die ganzen Locals und schwammen zurück zu den Booten. Wir waren stark verwundert und dachten uns erstmal nichts böses. Eines unserer Mädels “Geil mehr Wellen für uns!” Aufeinmal hörte man ein lautes Schreien von einem der Boote. “Crocodiles!” Das kann doch nicht wahr sein. Ich wusste nichtmal, dass es im Salzwasser Krokodile gibt 😀 Jetzt gings aber wirklich zurück zum Hafen. Wir snackten ein bisschen und kauften Proviant für später ein. Langsam näherte sich der Abend. Mit dem Roller suchten wir uns einen einsamen Strand. Mit Bier, Chips und Musik genossen wir den Sonnenuntergang. Ganz schnell waren die Sorgen vom Surfdilemma vergessen. “No worries – chicken curries!” 😀

Beach Kuta Lombok

Im Hostel frischgemacht rückten wir wieder aus. Ein Freund wusste einen coolen Warung. Komplett übermestet tanzten wir auf der täglichen Party zu entspannter Livemusik. Vom Nachtleben ist Kuta Lombok vom Konzept her gleich wie Gili Trawangan. Jeden Abend ist die Hauptparty in einem anderen Laden. Jedoch gibt es auf Lombok nur kleinere Bar’s. Anfangs läuft dort meistens Live Musik und später ein DJ. Aber vom Partylevel kann man diese zwei Inseln überhaupt nicht vergleichen. Lombok ist wirklich fad in der Hinsicht. Die DJ’s spielen viel Reggae und kaum Partyremixe. Vielleicht 150 Leute pro Abend und spätestens um ein oder zwei Uhr ist nichts mehr los. Das liegt wohl einfach daran, dass die Leute hierher zum Surfen kommen. Man steht eben früh auf und ein keinen Kater ist einfach nicht brauchbar. Die Insel hat definitiv andere Qualitäten und mir persönlich gefiel dieser Lifestyle extrem! Außerdem erreichst du die Partys eigentlich nur mit dem Roller, weil sie echt abgelegen Richtung Strand sind. Sprich du kannst dich nicht bis zum Verlust der Muttersprache zukübeln. Betrunken Roller zu fahren ist kein Problem, da es dort keine Polizei gibt. Das wurde mir zumindest gesagt 😀 Wir hatten auch nie etwas mitbekommen.

Die nächsten Tage liefen meistens nach diesem Schema ab. Ich zähle euch noch kurz ein paar Highlights von Lombok auf:

  • Dreh eines Surfspots auf Selong Belanak
  • Büffelherden am Strand
  • Verrückte bumpy Rollerroute nach Mawi, aber mega toller Spot und bezaubernde Landschaft
  • verrückte Poolparty im Hostel
  • Tolle Sunset Spots
  • Rollerunfall am letzten Abend

Selong Belanak Buffle

Mawi

Sunset Kuta

Surferbuddies

Trip to Selong Belanak

Trip to Mawi

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